Nach mir die Ginflut!

Zuckersirup herstellen

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Wer kennt es nicht? Es ist Wochenende, die Freunde sind da und die Lust auf einen leckeren Cocktail kommt auf. Alle Zutaten sind da, aber wieder einmal fehlt der Zuckersirup. Warum also nicht einfach selber machen? Die Herstellung von Zuckersirup könnte nicht einfacher sein. Also ran an den Herd und tauche ein in die Welt der Gin-Cocktails. 

Was ist Zuckersirup und wozu verwende ich ihn?

Zuckersirup, auch Läuterzucker genannt, wurde ursprünglich verwendet um aromatischen Cocktails und Getränken mit Spirituosen, in der Regel Rum, eine gewisse Süße zu verleihen.

Seitdem der Gin in den letzten Jahren salonfähig geworden ist und breite Massen begeistert, habe auch unterschiedlichste Gin-Cocktails an Bedeutung gewonnen. So wird zum Beispiel der bekannte Cocktail Gin Fizz, genau wie sein großer Bruder der Tom Collins mit Zuckersirup zubereitet. Aber auch im Gin Basil Smash benötigen wir den Läuterzucker. Nicht nur in der Cocktail- und Barkultur findet Läuterzucker oftmals Verwendung, auch beim Backen, in der Konditorei und bei der Herstellung von Eiscreme kommt man ohne die süße Versuchung kaum aus. Je nach Verwendungszweck ist das Verhältnis von Zucker und Wasser anzupassen.

Warum sollte ich Zuckersirup selbst herstellen? Natürlich kann man Zuckersirup problemlos kaufen. Jeder gut sortierte Supermarkt oder Getränkehändler sollte Läuterzucker im Angebot haben. Die eigene Herstellung des Läuterzuckers bringt allerdings einige Vorteile mit sich. Zunächst einmal wäre da der Geschmack: Wenn Zuckersirup selbst zubereitet wird, kann die gewünschte Süße selbst gewählt werden, indem man das Verhältnis von Zucker und Wasser nach eigenen Vorlieben wählt. Außerdem kann man sich sicher sein, dass keine unnötigen Aromen oder Konservierungsstoffe enthalten sind, schließlich wollen wir nicht, dass der Geschmack unseres Gins verfälscht oder komplett von Süßungsmitteln überlagert wird. Zu guter Letzt entscheidet aber vielleicht auch der Preis. Für Läuterzucker bekannter Hersteller kann man ohne Probleme bis zu 5€ für die handelsübliche 0,7 Liter Flasche auf den Tisch legen. Wird der Sirup selbst hergestellt, ist dieser ohne Probleme einige Wochen haltbar. Warum also kaufen, wenn die Herstellung so einfach ist?

Verschiedene Sorten Zuckersirup

Nicht nur in Cocktails findet Zuckersirup, beziehungsweise Läuterzucker Verwendung, sondern auch in der Konditorei. Der hier genutzte Zuckersirup unterscheidet sich im Hinblick auf die Süße und Konsistenz deutlich von dem für Cocktails genutzten Zuckersirup. So ist der Zuckersirup zum Backen etwas dickflüssiger und der Zuckeranteil ist höher als in einem Zuckersirup für Cocktails. Beeinflusst wird die Konsistenz des Läuterzuckers durch die Temperatur beim Aufkochen des Zuckers in Wasser, welche in der Angabe Réaumur gemessen wird. Das Verdampfen des Wassers ist dabei ausschlaggebend für die Konzentration des Zuckersirups.

Auch in der Pharmazie wird Zuckersirup genutzt. Hier wird er auch Sirupus Simplex genannt und findet Anwendung in der Herstellung von Hustensäften.

Auf das richtige Verhältnis kommt es an

Kommen wir aber zu dem Läuterzucker für unsere Gin Cocktails. Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwei verschiedene Sorten.Es gibt einerseits den einfachen Zuckersirup (engl. simple syrup), der sich durch ein 1:1 Verhältnis von Zucker und Wasser auszeichnet. In diesem Fall würde man also zum Beispiel 1 Kilogramm Zucker in einem Liter Wasser aufkochen. Zum anderen gibt es den Sirup in einem 2:1 Verhältnis (engl. rich simple syrup), bei dessen Herstellung 2 Teile Zucker in einem Teil Wasser aufgekocht werden. Bei diesem Zucker-Wasser-Verhältnis entsteht eine beinah gesättigte Lösung.

Für die Verwendung in Cocktails ist ein Mischungsverhältnis von 3 Teilen Zucker auf 2 Teile Wasser angebracht. Wie immer gilt hier aber: Geschmäcker sind verschieden. Testet hier also gerne etwas aus, bis das richtige Mischungsverhältnis gefunden ist.

Welcher Zucker für Zuckersirup? Zuckersirup ist nicht gleich Zuckersirup, schließlich unterscheidet sich schon das Mischungsverhältnis. Doch auch die Wahl des Zuckers ist zu berücksichtigen. Als haushaltsübliche Zutat, findet sich wohl in jedem Küchenschrank raffinierter Zucker. Dieser weiße Kristallzucker wird aus Zuckerrohr oder der Zuckerrübe hergestellt und weißt einen etwas höheren Reinheitsgrad auf als brauner Zucker. Brauner Zucker weißt also einen etwas höheren Gehalt an Mineralien auf.

Weißer Zucker für ZuckersirupBrauner Zucker

Rezept für Zuckersirup

Zutaten

  • 300 g Zucker
  • 200 ml Wasser

Zubereitung

  1. 2 Teile Wasser in einen Topf oder eine Pfanne geben. Den Zucker hinzufügen und beides unter Hitze verrühren. Beachte, dass der Topf, bzw. die Pfanne groß genug ist, da die Lösung beim Kochen hochsteigt.
  2. Die Lösung auf 100 Grad Celsius erhitzen und leicht aufkochen lassen.
  3. Unter ständigem Rühren einige Minuten köcheln lassen. Wichtig: Der Zucker muss sich vollständig auflösen und darf am Boden des Topfes nicht karamellisieren. Die beginnende Karamellisierung ist erkennbar an der gelben oder bräunlichen Farbgebung.
  4. Der Läuterzucker ist fertig, wenn die Lösung glasklar und nur leicht zähflüssig ist. Je länger der Sirup kocht, umso zäher wird er. Lasse ihn also nicht zu lange köcheln!
  5. Den Zuckersirup vollständig auskühlen lassen und erst im kalten Zustand in ein gereinigtes Glas oder eine verschließbare Flasche aus Glas füllen und verschließen.
Wie lange hält sich der Zuckersirup? In einem verschlossenen Glas oder einer Flasche hält sicher der Zuckersirup im Kühlschrank bedenkenlos einige Wochen. Der Läuterzucker kann also problemlos auf Vorrat für ein paar Wochen zubereitet werden.
Zubereitungszeit: 20 Minuten
Schwierigkeitsgrad: einfach

 

 

 

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